Rückblick 2026: Was im Frühjahr gut aussah, und was daraus wurde
Im Frühjahr sieht jeder Gemüsegarten aus wie ein Versprechen. Ordentliche Reihen, frisches Grün, Schildchen mit Namen drauf. Im Herbst weiß man dann, welche Versprechen gehalten wurden. Hier ist meine ehrliche Bilanz für 2026.
April: alles nach Plan
Am 11. April standen die Jungpflanzen in Eurokisten im Regal meines Anlehngewächshauses: blauer Kohlrabi, Salat, Rote Bete und Tomaten. Die Kisten sind praktisch, weil man von unten gießen und alles auf einmal umstellen kann.



Sechs Tage später, am 17. April, kamen Salat und Kohlrabi ins Beet. Den Kohlrabi habe ich in die Mitte eines Beets gesetzt. Links und rechts davon sollten laut Schildchen Möhren und Wurzelpetersilie kommen. Die Schildchen sind auf dem Foto der einzige Beweis, zu sehen war von den beiden noch nichts.

Mai: der Garten in Bestform
Mitte Mai sah alles nach einem Rekordjahr aus. Im langen Beet vorn hatten die Kartoffeln ihre Dämme, die Erdbeeren hinten blühten, der Flieder sowieso.

Und dann kam der Sommer
Volltreffer: Kartoffeln
Die Kartoffeln im langen Beet am Rasen waren richtig gut. Volle Sonne, lockerer Boden, keine Klagen. Leider dürfen sie dort wegen der Fruchtfolge frühestens 2029 wieder hin.
Kohlrabi: holzig
Der Kohlrabi wurde holzig. Entweder ist er in der Trockenheit zu langsam gewachsen, oder ich habe zu spät geerntet. Vermutlich beides. Kohlrabi will schnell wachsen und jung gegessen werden, und für Schnelligkeit ist ein Sandboden im Hochsommer nicht bekannt.
Rote Bete: so groß wie ein Kinderkopf
Erinnert ihr euch an das Foto von der pikierten Roten Bete im April? Genau da lag der Fehler. Zu früh gesät, zu viel Platz, und am Ende hatte ich Knollen, die eher an Medizinbälle erinnern. Beeindruckend anzusehen, aber so große Knollen werden schnell holzig und halten sich im Keller schlecht.
Zwiebeln und Sellerie: einfach nichts
In ein Beet hatte ich weiße und rote Zwiebeln und Knollensellerie direkt gesät. Aufgegangen ist: nichts. Das Unkraut dagegen wuchs prächtig, am Boden lag es also nicht. Zwiebelsamen keimen langsam und vertrocknen leicht, und Sellerie keimt nur bei Licht und um die 20 °C. Draußen im Beet klappt das praktisch nie.
Erdbeeren: viel Ernte, viel Matsch
Die Erdbeeren trugen gut, aber viele Früchte faulten vom Stiel her. Wahrscheinlich Grauschimmel. Der mag es feucht, und das Beet liegt im Schatten der Bäume, wo Blätter und Früchte nach jedem Regen lange nass bleiben.
Was ich 2027 anders mache
| Problem 2026 | Plan für 2027 |
|---|---|
| Kohlrabi holzig | kein Kohlrabi im Sommer, höchstens im Frühjahr |
| Rote Bete riesig | erst Ende Mai vorziehen, Mitte Juni pflanzen, enger setzen |
| Zwiebelsaat nicht aufgegangen | Steckzwiebeln im Herbst, Vorratszwiebeln in Multitopfplatten vorziehen |
| Sellerie nicht aufgegangen | ab Februar auf der Fensterbank vorziehen |
| Erdbeeren faulen | Umzug in ein sonnigeres Beet, Stroh unter die Früchte, Wasser nur noch über Tropfschläuche |
Dazu kommt das große Projekt für 2027: eine Tropfbewässerung, damit der Garten auch die drei Wochen Sommerurlaub übersteht. Den Tank dafür gibt es schon, mit Paprika-Vergangenheit.
Lehrgeld zahlt man im Garten jedes Jahr. Wichtig ist nur, dass man es nicht zweimal für dieselbe Lektion zahlt.
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