Sorte: Geestboden

Friesenwall, Teil 2: Rosen, Lavendel und ein bisschen Netto

Rosenaus Nordfriesland
Lavendelja
Sukkulentenvom Discounter

Im ersten Teil ging es um Steine, eine Schalungskiste und sehr viel Erde. Ein knappes Jahr später, im Frühjahr 2025, war der Wall fertig gesetzt und bereit für das, was ihn eigentlich ausmacht: Pflanzen.

März 2025: der Wall vor dem Haus am Pflanztag. Oben ist noch viel Platz.
März 2025: der Wall vor dem Haus am Pflanztag. Oben ist noch viel Platz.

Was auf einen Friesenwall gehört

Die Krone eines Friesenwalls ist ein schwieriger Standort. Oben ist es sonnig, windig und trocken, denn das Wasser läuft durch den Sandkern schnell nach unten weg. Was hier wachsen soll, muss Sonne lieben und Durst aushalten. Ganz traditionell wachsen auf Friesenwällen Heckenrosen, und genau das war auch mein Plan.

Rosen aus Nordfriesland

Auf die Krone kamen Rosen einer nordfriesischen Sorte. Sie sind robust, kommen mit Wind und Sand zurecht und tragen im Herbst Hagebutten. Das freut die Vögel, und es sieht im Winter deutlich besser aus als kahle Zweige.

Pflanztag: Rosen und Lavendel auf der Krone, die Schere liegt noch auf den Steinen.
Pflanztag: Rosen und Lavendel auf der Krone, die Schere liegt noch auf den Steinen.

Lavendel dazwischen

Zwischen die Rosen habe ich Lavendel gesetzt. Rosen und Lavendel sind ein Klassiker, und auf dem Wall passt die Kombination besonders gut: Lavendel liebt genau die trockene, sonnige Krone, die vielen anderen Pflanzen zu karg ist. Im Sommer summt es dann ordentlich, und wer am Wall vorbeigeht, riecht kurz nach Provence. Für Norddeutschland ist das schon fast Urlaub.

Blick von oben auf die Krone: Rosen und Lavendel in einer Reihe, rechts und links die Feldsteine.
Blick von oben auf die Krone: Rosen und Lavendel in einer Reihe, rechts und links die Feldsteine.

Und die Sukkulenten? Von Netto.

Ich gebe es zu: Die Sukkulenten für die Lücken stammen aus dem Angebot beim Discounter. Zwischen Waschmittel und Grillkohle. Gartenarchitektur auf höchstem Niveau. Sukkulenten wie Fetthenne oder Hauswurz sind perfekt für einen Friesenwall. Sie brauchen kaum Erde, speichern Wasser in ihren dicken Blättern und füllen die Fugen zwischen den Steinen. Ein Tipp für alle, die sparen wollen: Für Sukkulenten muss man nicht in die Gärtnerei. Sie verzeihen fast alles, außer Staunässe, und die gibt es auf einem Wall ohnehin nicht.

Ein Jahr später

Im April 2026 sieht man, wohin die Reise geht. Der Lavendel hat sich gut eingelebt, die ersten Frühblüher stehen im Beet dahinter, und die Steine haben langsam ihre Moospatina zurück.

April 2026: Lavendel, erste Frühblüher und ein Wall, der aussieht, als stünde er schon immer da.
April 2026: Lavendel, erste Frühblüher und ein Wall, der aussieht, als stünde er schon immer da.

Bis die Rosen die Krone richtig füllen, dauert es noch ein, zwei Jahre. Aber das gehört zu einem Friesenwall dazu: Er wird mit jedem Jahr schöner.

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