24 Zwiebeln und ein Versprechen: Frühblüher für den Friesenwall
Im Oktober sieht ein frisch gemulchtes Beet am Friesenwall ungefähr so spannend aus wie ein Parkplatz. Braune Rinde, graue Steine, eine Hortensie, die schon an den Winter denkt. Genau der richtige Moment also, um etwas für den Frühling zu verstecken.
Was in die Erde kam
Drei Tüten aus dem Gartenregal beim Discounter, also ganz in der Tradition der Sukkulenten vom Bepflanzen der Krone:
| Was | Sorte | Stück |
|---|---|---|
| Narzissen | 'Dick Wilden', gefüllt, gelb | 10 |
| Tulpen | 'Crystal Star', gelb | 10 |
| Hyazinthen | 'Louvre' | 4 |
Zusammen 24 Zwiebeln. Klingt nach wenig, ist aber genau richtig für einen Sonntagnachmittag mit Handschaufel und Kaffee.
Wohin damit
Die Regel ist einfach: Zwiebeln setzt man nicht einzeln in Reih und Glied wie Soldaten, sondern in Gruppen. Fünf bis zehn Stück zusammen, dann sieht es im Frühjahr aus wie von selbst gewachsen und nicht wie ein Stadtpark.



Wie tief?
Faustregel: etwa doppelt bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Für Tulpen und Narzissen sind das gut 15 cm, für Hyazinthen etwas weniger. Spitze nach oben, das ist der einzige Teil, bei dem man wirklich etwas falsch machen kann. Und selbst dann finden die meisten Zwiebeln ihren Weg, nur eben mit einem Umweg.
Auf sandigem Geestboden haben Zwiebeln es übrigens gut. Was sie nicht mögen, ist Staunässe, und die gibt es hier nicht. Nach dem Setzen kam die Rinde wieder darüber, dann sieht man von der ganzen Aktion nichts mehr. Bis zum Frühjahr muss man eben glauben, dass da etwas ist.
Das Versprechen wird eingelöst
Ein Herbstbeitrag über Zwiebeln ist eigentlich nur ein Versprechen. Diesmal kann ich aber vorspulen. Mitte April 2026 sah es am Wall so aus:

Die Wühlmäuse haben sich also offenbar an andere Grundstücke gehalten. Danke dafür, liebe Nachbarn.
Nächsten Herbst kommen mehr dazu. Bei Zwiebeln gilt nämlich wie bei Feldsteinen: Man hat nie genug, und hinterher immer zu viele.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen