Sorte: Geestboden

Findlinge, Erde und ein paar Kräuter: das Beet vor dem Erker

EinfassungFindlinge
Bauzeit3 Tage
Küche3 Schritte

Eine Woche nach den Gewächshäusern war ich offenbar noch nicht ausgelastet. Also ging es an das Beet vor dem Erker, direkt neben der Terrasse.

17. März: Erde rein

Die Einfassung bilden große Findlinge. Nicht die handlichen Feldsteine vom Friesenwall, sondern die Sorte, bei der man vorher kurz überlegt, ob man den Rücken wirklich noch braucht. Dahinter liegt ein Streifen aus kleineren Steinen, davor der Rasen.

In die Mitte kam frische, dunkle Erde. Viel dunkle Erde.

17. März: Die Findlinge liegen, die Erde ist drin. Im Hintergrund ganz rechts sieht man übrigens die frisch aufgebauten Gewächshäuser.
17. März: Die Findlinge liegen, die Erde ist drin. Im Hintergrund ganz rechts sieht man übrigens die frisch aufgebauten Gewächshäuser.

19. März: Pflanzen rein

Zwei Tage später wurde bepflanzt. Rosmarin, Salbei, ein paar kleinere Kräuter mit Etiketten, damit ich mir die Namen nicht merken muss, dazu ein Lorbeer. Überragt wird das Ganze vom Fächerahorn, der um diese Jahreszeit noch aussieht wie ein sehr ordentlich frisiertes Reisigbündel. Spätestens im Mai ist er wieder ein Baum.

19. März: frisch bepflanzt. Hinten der Fächerahorn im Wintermodus, vorn Rosmarin und Salbei, rechts der Lorbeer.
19. März: frisch bepflanzt. Hinten der Fächerahorn im Wintermodus, vorn Rosmarin und Salbei, rechts der Lorbeer.

Warum Kräuter am Erker?

Ganz einfach: Wer kocht, will nicht erst durch den halben Garten laufen, um einen Zweig Rosmarin zu holen. Vom Erker sind es drei Schritte. Bei Regen zwei, weil man rennt.

Und die Findlinge haben einen netten Nebeneffekt: Sie speichern tagsüber Sonnenwärme. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Salbei mögen das. Die kommen schließlich aus Gegenden, in denen es deutlich weniger regnet als bei uns in Norddeutschland.

Viereinhalb Jahre später

So sieht das Beet heute aus, im Oktober 2026:

Oktober 2026: Der Fächerahorn ist ein ausgewachsener Schirm, der Lorbeer ragt über die Dachrinne, und vor den Findlingen liegt inzwischen eine Kante aus Granitpflaster. Dazwischen: Wildwuchs mit Charakter.
Oktober 2026: Der Fächerahorn ist ein ausgewachsener Schirm, der Lorbeer ragt über die Dachrinne, und vor den Findlingen liegt inzwischen eine Kante aus Granitpflaster. Dazwischen: Wildwuchs mit Charakter.

Der Lorbeer hat nicht nur überlebt, er hat beschlossen, das Haus zu überholen. Der Fächerahorn ist vom Reisigbündel zum Sonnenschirm geworden. Und die Kräuter? Die haben sich die Freiheit genommen, die man Kräutern eben lässt, wenn man vier Jahre lang anderes zu tun hat. Rosmarin und Lavendel sind verholzt, dazwischen hat sich eingenistet, wer gerade vorbeikam.

Nächstes Frühjahr wird hier gründlich aufgeräumt und neu gemacht. Davon wird es dann natürlich auch einen Beitrag geben. Mit Vorher-Foto. Das hier ist es.

Ein kleines, schnelles Projekt, ganz ohne Schalungskiste, Spannverschlüsse oder Wäschespinnen im Weg. Das gab es auch mal.

Eins bestellt, zwei geliefert: meine Gewächshäuser und eine Rolle pinkes Klebeband

Bestellt1
Geliefert2
Bezahlt1

Ein richtiges Gewächshaus braucht Platz. Platz, den ich nicht habe. Was ich habe, ist eine lange Südwand am Carportgebäude, davor ein Streifen Pflaster und eine Menge Sonne. Die Lösung: ein Anlehngewächshaus. Das lehnt sich an die Wand, ist nur 50 Zentimeter tief und trotzdem mannshoch. Ein Gewächshaus für Leute, die eigentlich keinen Platz für ein Gewächshaus haben.

Bestellt: eins. Geliefert: zwei.

Ich habe bei Amazon ein Anlehngewächshaus bestellt. Geliefert wurden zwei. Bezahlt habe ich eins. Ich habe die Kartons mehrmals gezählt, die Rechnung mehrmals gelesen und dann beschlossen, dass das Universum mir offenbar etwas sagen will. Manchmal muss man einfach Glück haben. Und Jeff Bezos wird es verkraften.

Die Südwand war zum Glück lang genug für beide.

11. März 2022: das erste Haus

Ein Anlehngewächshaus kommt als großer Karton voller Aluprofile, Schrauben und Platten aus Polycarbonat. Dazu eine Anleitung, die vor allem aus Zeichnungen besteht. Zeichnungen, auf denen alle Teile gleich aussehen.

11. März: das erste Haus steht. Die Wand hinter dem Polycarbonat sieht man noch gut durch, später wachsen dort Tomaten.
11. März: das erste Haus steht. Die Wand hinter dem Polycarbonat sieht man noch gut durch, später wachsen dort Tomaten.

Und dann das pinke Klebeband. Die Platten sitzen in Profilen und halten erst, wenn alles verschraubt ist. Bis dahin hilft Klebeband, damit nichts herausfällt. Pink, damit man es später auch garantiert wiederfindet, um es abzuziehen. Theoretisch.

Aus der Nähe: Aluprofile, Polycarbonat, Scharniere und das pinke Klebeband als vorübergehende Sicherheitsmaßnahme.
Aus der Nähe: Aluprofile, Polycarbonat, Scharniere und das pinke Klebeband als vorübergehende Sicherheitsmaßnahme.

12. März: Haus Nummer zwei

Das Bonus-Haus kam am nächsten Tag dran. Wer eins aufgebaut hat, schafft das zweite in der halben Zeit. Sagt man. Bei mir stand es jedenfalls am nächsten Tag. Und übrig gebliebene Schrauben gab es keine. Zumindest keine, von denen ich weiß.

12. März: zwei Häuser nebeneinander, zusammen 3,60 Meter breit.
12. März: zwei Häuser nebeneinander, zusammen 3,60 Meter breit.
Von der Seite sieht man, wie schmal sie sind. Und dass das Dach schräg zur Wand hin ansteigt. Es lässt sich über Luken öffnen, was im Sommer bitter nötig ist.
Von der Seite sieht man, wie schmal sie sind. Und dass das Dach schräg zur Wand hin ansteigt. Es lässt sich über Luken öffnen, was im Sommer bitter nötig ist.

Innen: Regale statt Beete

Der Boden ist gepflastert, also wächst alles in Töpfen und Kisten. In jedem Haus stehen zwei Regale mit vier Ebenen. Im Frühjahr ist das die Anzuchtstation, im Sommer kommen die Böden heraus und die Tomaten hinein.

Und die ersten Bewohner zogen schneller ein als gedacht. Vier Tage nach dem Aufbau stand das Regal schon voller Chilis. Die gehörten nicht mir, sondern meinem Sohn. Ein Gewächshaus, das am Samstag fertig wird, ist am Mittwoch schon belegt. Das ist ungefähr wie mit Garagen.

16. März: Chilipflanzen in Töpfen auf zwei Ebenen. Am Topf vorn rechts steckt ein kleiner Sensor mit Kabel. Die Technik war also von Anfang an mit dabei.
16. März: Chilipflanzen in Töpfen auf zwei Ebenen. Am Topf vorn rechts steckt ein kleiner Sensor mit Kabel. Die Technik war also von Anfang an mit dabei.

Die Chilis haben sich übrigens gelohnt. Mein Sohn hat ganz viel geerntet. Mehr als ein normaler Mensch an Chilis essen kann, aber das ist bei Chilis ja Teil des Konzepts.

Was ich heute weiß

  • Anlehngewächshäuser sind perfekt für kleine Grundstücke. Die Hauswand speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts wieder ab. Das merken vor allem Tomaten und Paprika.
  • Lüften ist Pflicht. In der Südlage wird es schon im März schnell über 30 Grad. Wer die Luken vergisst, kocht seine Anzucht.