Sorte: Geestboden

Friesenwall, Teil 1½: Nachschlag im Herbst

Bauabschnitt2
Kistedieselbe
Wetterendlich gut

Im ersten Teil stand im April ein stolzer Wall an der Einfahrt. Was ich dort elegant verschwiegen habe: Vor der Haustür klaffte noch eine Lücke. Der Wall hörte einfach auf, ungefähr so, wie ein Satz, bei dem man

Warum erst im Herbst?

Der Plan war natürlich, im Frühjahr durchzubauen. Dann kam das Wetter. Erst regnete es gefühlt das halbe Jahr, und nasse Erde lässt sich zwar wunderbar matschen, aber schlecht stampfen. Dann kam die Sommerhitze, und bei dreißig Grad Steine zu schleppen ist eine Sportart, für die ich mich nicht angemeldet hatte.

Also wartete die Lücke. Der fertige Teil des Walls nutzte die Zeit sinnvoll und setzte Moos an. So sah es Ende Oktober aus:

28. Oktober 2024: Links der frische Erdblock aus der Schalungskiste, glatt wie frisch verputzt. Rechts der Wall vom Frühjahr, inzwischen mit sattem Moospelz auf der Krone.
28. Oktober 2024: Links der frische Erdblock aus der Schalungskiste, glatt wie frisch verputzt. Rechts der Wall vom Frühjahr, inzwischen mit sattem Moospelz auf der Krone.
Die Lücke vor der Haustür, aus der anderen Richtung. Die ersten Steine liegen schon bereit, der Weg zur Tür ist noch eine Baustelle.
Die Lücke vor der Haustür, aus der anderen Richtung. Die ersten Steine liegen schon bereit, der Weg zur Tür ist noch eine Baustelle.

Die Kiste, Runde zwei

Und ja: Es war dieselbe Schalungskiste aus OSB. Dieselbe, die im Frühjahr schon aufgequollen, geflickt und mit Latten verstärkt worden war. Sie hatte den Sommer im Freien verbracht und sah entsprechend aus. Aber sie hat gehalten. Ich würde sie inzwischen als Veteranin bezeichnen. Oder als Beweis dafür, dass man auch mit dem falschen Material ans Ziel kommt, wenn man stur genug ist.

29. Oktober: Lücke zu

Einen Tag später war es geschafft. Der Wall läuft jetzt in einer L-Form um den Eingang herum, und erst jetzt kommt er auf seine rund 16 Meter.

29. Oktober 2024: Der neue Abschnitt vor der Haustür steht. Man sieht gut, wo frisch gebaut wurde: Die neuen Steine sind noch hell, die alten schon grün.
29. Oktober 2024: Der neue Abschnitt vor der Haustür steht. Man sieht gut, wo frisch gebaut wurde: Die neuen Steine sind noch hell, die alten schon grün.
Von der Straße aus: der Wall als L um den Eingang. Dahinter, rechts neben der Tür, die Riesenhortensie, die hier schon ihr Herbstkleid trägt.
Von der Straße aus: der Wall als L um den Eingang. Dahinter, rechts neben der Tür, die Riesenhortensie, die hier schon ihr Herbstkleid trägt.

Zwischen Wall und Haustür ist jetzt ein Beet, und dort wohnt eine Riesenhortensie. Sie hat es dort ziemlich gut: windgeschützt, halbschattig und mit einem Steinwall als Leibwache.

Dezember: der Wall leuchtet

Und weil man einen Wall, an dem man ein halbes Jahr lang gebaut hat, auch zeigen will, gab es zu Weihnachten eine Lichterkette obendrauf.

16. Dezember 2024: Die Lichterkette auf der Krone. Für Friesenwälle ist das vermutlich nicht traditionell. Mir egal.
16. Dezember 2024: Die Lichterkette auf der Krone. Für Friesenwälle ist das vermutlich nicht traditionell. Mir egal.

Damit war der Bau abgeschlossen. Im Frühjahr ging es dann an die Bepflanzung der Krone. Davon erzählt Teil 2.