Wie alles anfing: ein Rasen, ein paar Bretter und eine Wäschespinne im Weg
Jeder Gemüsegarten beginnt mit einer Entscheidung, die man später nicht mehr ganz nachvollziehen kann. Bei mir war es diese: Der Rasen hinter dem Haus ist eigentlich zu schade zum Mähen. Da könnte man doch auch Kartoffeln drauf …
10. Oktober 2023: Bretter auf dem Rasen
Die Beete sind einfache Holzrahmen, 20 Zentimeter hoch, direkt auf den Rasen gestellt. Kein Umgraben, keine Bagger, keine Genehmigung vom Rest der Familie. Na gut, die letzte vielleicht doch.

Bevor die Rahmen festgelegt waren, gab es nur ein kleines Problem. Ein grünes, rundes, sehr standfestes Problem:

Drei Tage später war sie weg, und im Beet lag nur noch eine lange Stange. Mehr sage ich dazu nicht.
13. und 14. Oktober: Erde, Erde, Erde
Dann kam die Erde. Viel Erde. Wer schon einmal Erde mit der Schubkarre über einen Rasen gefahren hat, weiß, wie viel ein Kubikmeter wiegt. Wer es nicht weiß: Man spürt es in Körperteilen, deren Existenz man vorher nicht kannte.


Ein paar Tage später kam noch ein fünftes Beet dazu. Man kennt das: Wenn die Schubkarre schon mal dreckig ist.
Dann durften die Beete über den Winter ruhen. Der Rasen unter der Erde sollte in der Zwischenzeit von allein verrotten, die Regenwürmer erledigen das Umgraben.
Mai 2024: das erste Gemüsejahr
Im Frühjahr wurde es ernst. Ins erste Beet kamen Kartoffeln, ins nächste Kohlrabi und Salat, ins dritte Steckzwiebeln.


Gurken am Ästegerüst
Und dann war da noch das Gurkenprojekt. Aus Ästen habe ich ein Rankgerüst gebaut, mit Schnüren für die Ranken. Darunter vier große schwarze Mörtelkübel mit Gurken.

Die Tontöpfe waren mein erster Versuch mit automatischer Bewässerung, ganz ohne Strom: sogenannte Ollas. Das sind unglasierte Tongefäße, die man in die Erde gräbt und mit Wasser füllt. Das Wasser sickert langsam durch den Ton in die Erde, genau dahin, wo die Wurzeln sind. Klingt genial. Steht in jedem zweiten Gartenbuch.
Mein Fazit nach einem Sommer: taugt nix.
Ich will den Ollas nicht ganz unrecht tun, vermutlich lag es an mir, an den Kübeln oder an den Gurken, die einfach mehr Durst hatten, als ein Tontopf liefern kann. Aber der Versuch war es wert. Und er war der Anfang von etwas Größerem: Heute steht im Garten ein 1000-Liter-Tank, und ein Mikrocontroller misst die Bodenfeuchte. Wenn schon gießen ohne mich, dann richtig.
Was aus den Beeten wurde
Die Beete gibt es noch. Inzwischen haben sie Nummern, eine Fruchtfolge, eine Historie in einer Tabelle und eine Druckfassung als PDF. Man könnte sagen, die Sache ist ein bisschen eskaliert. Aber angefangen hat alles an einem Oktobertag mit ein paar Brettern auf dem Rasen.
Und einer Wäschespinne im Weg.