Friesenwall, Teil 1½: Nachschlag im Herbst
Im ersten Teil stand im April ein stolzer Wall an der Einfahrt. Was ich dort elegant verschwiegen habe: Vor der Haustür klaffte noch eine Lücke. Der Wall hörte einfach auf, ungefähr so, wie ein Satz, bei dem man
Warum erst im Herbst?
Der Plan war natürlich, im Frühjahr durchzubauen. Dann kam das Wetter. Erst regnete es gefühlt das halbe Jahr, und nasse Erde lässt sich zwar wunderbar matschen, aber schlecht stampfen. Dann kam die Sommerhitze, und bei dreißig Grad Steine zu schleppen ist eine Sportart, für die ich mich nicht angemeldet hatte.
Also wartete die Lücke. Der fertige Teil des Walls nutzte die Zeit sinnvoll und setzte Moos an. So sah es Ende Oktober aus:


Die Kiste, Runde zwei
Und ja: Es war dieselbe Schalungskiste aus OSB. Dieselbe, die im Frühjahr schon aufgequollen, geflickt und mit Latten verstärkt worden war. Sie hatte den Sommer im Freien verbracht und sah entsprechend aus. Aber sie hat gehalten. Ich würde sie inzwischen als Veteranin bezeichnen. Oder als Beweis dafür, dass man auch mit dem falschen Material ans Ziel kommt, wenn man stur genug ist.
29. Oktober: Lücke zu
Einen Tag später war es geschafft. Der Wall läuft jetzt in einer L-Form um den Eingang herum, und erst jetzt kommt er auf seine rund 16 Meter.


Zwischen Wall und Haustür ist jetzt ein Beet, und dort wohnt eine Riesenhortensie. Sie hat es dort ziemlich gut: windgeschützt, halbschattig und mit einem Steinwall als Leibwache.
Dezember: der Wall leuchtet
Und weil man einen Wall, an dem man ein halbes Jahr lang gebaut hat, auch zeigen will, gab es zu Weihnachten eine Lichterkette obendrauf.

Damit war der Bau abgeschlossen. Im Frühjahr ging es dann an die Bepflanzung der Krone. Davon erzählt Teil 2.
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